Mechelen (dpa/tmn) –
Die belgische Region Flandern will es blinden und sehbehinderten Reisenden leichter machen, schöne Erinnerungsfotos von ihrem Urlaub zu schießen. In 24 Städten und Orten werden dafür spezielle Bodenplatten installiert. Sie helfen dabei, die perfekte Position für ein Erinnerungsselfie zu finden und liefern darüber hinaus in Hörbeiträgen Informationen über den jeweiligen Ort und die Geschichte.
Das Konzept «Selfie for All» solle einen alltäglichen Moment für alle zugänglich machen, teilt die Tourismusorganisation Visit Flanders mit. Das Konzept sei in Zusammenarbeit mit Menschen mit Sehbehinderung und Organisationen wie der Brailleliga entstanden.
In den zwei Dutzend Städten und Orten in Flandern werden 50 solcher Bodenplatten in den Boden gelassen – darunter etwa auf dem Grote Markt in Mechelen, der Grafenburg in Gent oder im Naturpark Zwin an der Nordseeküste. Mehr als die Hälfte ist schon installiert, der Rest soll in den nächsten Wochen folgen.
Wie die Platten funktionieren
Die Funktionsweise der Platten verbindet laut Visit Flanders haptische Orientierung mit digitaler Technologie. Über die kostenfreie App NaviLens lassen sich demnach die farbigen Codes der Bodenplatten aus der Entfernung erfassen – was das Auffinden leichter macht. Die App gibt Hinweise per Ton und Vibrationen. Auf der Platte wiederum zeigen Markierungen, wo man sich hinstellen und wie man das Smartphone halten muss, damit die Sehenswürdigkeit im Hintergrund zu sehen ist.
Die Bodenplatten seien zwar für Menschen mit Sehbehinderung entwickelt worden, jedoch für alle Besucher gedacht, so Visit Flanders: «Barrierefreiheit soll damit nicht als separates Angebot verstanden werden, sondern als selbstverständlicher Bestandteil des touristischen Erlebnisses.»
Flandern ist der nördliche, niederländischsprachige Landesteil Belgiens. Die größten Städte sind Antwerpen, Gent und Brügge.