Destin (dpa/tmn) –
Vor der Westküste Floridas soll ein Rekord-Passagierschiff im Golf von Mexiko zum Tauchrevier werden. Geplant ist, dass die «SS United States» am 12. November rund 22 Seemeilen (41 Kilometer) südlich der Küstenstadt Destin versenkt wird, sofern das Wetter mitspielt.
Nach Angaben des Okaloosa Countys wird das gut 300 Meter lange Schiff damit zum weltgrößten künstlichen Riff.
Bei ihrer Premierenfahrt 1952 hatte die SS United States den Atlantik in Rekordzeit überquert: Sie brauchte für die Passage von New York ins englische Southampton drei Tage, 10 Stunden und 40 Minuten – mit knapp 66 km/h (an die 36 Knoten) im Durchschnitt. Der Rekord hat noch heute Bestand.
Nach nur 17 Jahren, in denen das Schiff auch vielfach Bremerhaven anfuhr, wurde es 1969 außer Dienst gestellt. Pläne zur Restaurierung scheiterten immer wieder an hohen Kosten. 2024 kaufte das Okaloosa County das Schiff.
Lebensraum und Tauchrevier
Es soll nun einerseits ein Lebensraum für Meerestiere werden, andererseits aber auch Taucher aus aller Welt anlocken und so den Tourismus in der Region ankurbeln. An Land ist ein Museum zum Schiff geplant. Destin liegt an der Golfküste Floridas, gut 250 Kilometer westlich von Tallahassee.
Dass Schiffe absichtlich versenkt werden, um als Riff zu dienen, ist nicht ungewöhnlich. Allein vor der Küste Floridas finden sich Dutzende, darunter der einstige Flugzeugträger «USS Oriskany», der seit 2006 südlich von Pensacola auf dem Meeresgrund liegt – nicht weit weg von der Stelle, an der die «SS United States» bald versenkt werden soll.